Tag 1 bis 3

Reise des Schülerteams der Eisbären-Juniors nach Kanada vom 29.01-08.02.14 von Andreas Gensel


 

Tag 1 – 29.01.14

Nach der letzten Trainingseinheit am Dienstag merkte man, dass die Anspannung und die Vorfreude der Mannschaft spürbar zunahmen. Irgendwie wirkten alle hibbelig und plapperig, eben aufgeregt – und das war schön.

Am Mittwoch war um 7.00 Uhr Treff in der Kabine und jetzt wurde es erstmals stressig. Aber Raimo versprühte G

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elassenheit und ging ruhig seiner Aufgabe des Gepäckwiegens nach. 23kg plus Handgepäck pro Person waren zugelassen und Übergepäck wird teuer. Also hieß es, ökonomisch zu packen. Nach einer kurzen Einweisung ging es um 8.30Uhr mit dem Bus zum Flughafen nach Tegel.

Dort blockierten wir mit unserer Reisegruppe und dem vielen Gepäck erst mal den Eingangsbereich sowie unser näheres Umfeld. Da wir durch Menschen, die wohlgesonnen sind, bereits avisiert waren, konnte das einchecken sehr zeitnah beginnen. Danach mussten unsere großen Taschen anschließend einmal quer durch den Flughafen zum Sperrgepäckschalter. Da alle Jungs jedoch selbständig und klaglos mitmachten, lief dies sehr reibungslos. Trotzdem war am Ende dann doch etwas Übergepäck übrig, welches durch einen honorigen Herrn, der sehr viel für ehrlich arbeitende Eishockeykinder übrig hat, komplett übernommen wurde. Ein sehr großes Dankeschön hierfür für diese spontane Aktion. 2014-01-29 um 06-54-32Als Dankeschön besorgte Mannschaftsleiter Raimo diesem dann einen Platz am Notausgang mit viel Beinfreiheit. Als alles erledigt war, traf unser allseits geliebter Bäcker Rainer ein und sorgte mit dem zweiten Frühstück für das nächste Highlight.

Der Flug nach London-Heathrow verlief planmäßig. Im Anflug mussten wir durch eine dicke Wolkendecke und London empfing uns mit dichtem Regen. Da viele Felder überflutet waren, regnete es scheinbar schon seit Tagen. Obwohl wir zwei Stunden Aufenthalt hatten bis zum Weiterflug, kam keine Langeweile auf. Beim erneuten 20140129-143743.jpgEinchecken wurde etliches Gepäck bis ins kleinste Detail zerlegt. Da kam erst mal Freude auf. Als alles überstanden war, ging es mit einem Bus zum Flieger, der uns nach Montreal bringen sollte. Auf dem Flugfeld stand eine Boeing 777 bereit und nach dem Einsteigen stellten wir fest, dass wir zwar verteilt saßen, jedoch Blickkontakt hatten. Klaus hatte wieder seinen Platz am Notausstieg und die Fuhre konnte abgehen. Gute 7Stunden Flug über den Atlantik lagen vor uns.

Mit Essen, Video schauen, Radio hören, Lesen, herumalbern – der Co-Trainer sei hier insbesondere erwähnt – wieder Essen und mehrmals auf Toilette gehen verging die Zeit sprichwörtlich wie im Fluge. Gegen 18.00Uhr Ortszeit befanden wir uns im Landeanflug über Montreal. Bei sternenklarem Himmel hatten wir einen wunderschönen Blick über die hell erleuchtete Stadt. Der Anblick der vielen erleuchteten Eisflächen begeisterte die Jungs.  Es war jedoch trotzdem angenehm, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und etwas zu laufen.

Bis auf unseren Bäcker Rainer verlief die Einreise nach Kanada reibungslos. Rainer hatte den falschen Ausgang gewählt und landete im Bereich für Immigranten. Da er sich nur bedingt mit den örtlichen Behörden verständigen konnte, mussten wir ihn wieder Auslösen. In der Zwischenzeit sammelten die Jungs das vollständig angekommene Gepäck ein. Zu unser aller Freude war unser alter Mannschaftskamerad 

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und ehemaliger Schüler am SLZB Sam Dove-McFalls mit Papa zur Begrüßung am Flughafen.

Da der Bus bereits wartete, konnte konnten Gepäck und Mannschaft zügig verpackt werden. Es war echt erstaunlich, dass alles – 36 Eishockeytaschen und Privatgepäck – unter fleißiger Mithilfe unseres Busfahrers Ben in seinem Gefährt Platz fanden. Bei angenehmen -10 Grad ging es noch zwei Stunden in Richtung Ottawa. Ca. 50Km vor Ottawa liegt der Ort Rockland, wo sich die CIH befindet. Eine sehr schöne Akademie mit zwei Eishallen, Schul und Internatsbetrieb.    Diese kannten wir schon von de

r vergangenen Reise im letzten Jahr.

Da Hardy im Sommer auf Einladung an der CIH zwei Wochen als Trainer ein Trainingscamp durchführte, hatte er gute Kontakte.  Wir wurden herzlich und erfreut von Dan und Guy begrüßt. Nach dem wir die Eishockeymaterialien in der Kabine verstaut hatten, ging es im Campus der Hockeyschule zum zweiten Abendessen. Jetzt wirkten die Jungs mittlerweile schon etwas angeschlagen.

Wir hatten es 22.30Uhr Ortszeit und alle 

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wollten nur noch ins Bett. Da das Hotel nur 5min entfernt ist, ging dieser Wunsch nach dem Verteilen der Zimmerschlüssel zügig in Erfüllung und alle lagen noch „Heute“ im Bett. So mit fand ein langer, ereignisreicher und anstrengender Tag ein schönes Ende und die Sonne geht bald wieder auf…

 

Reise des Schülerteams der Eisbären-Juniors nach Kanada vom 29.01-08.02.14

 


 

 

Tag 2 – 30.01.14

 

2014-01-30 um 13-36-56 - 2014-01-30 um 13-36-56Um 7.45 Uhr sollte der letzte beim Frühstück sein, die ersten waren aber bereits um 6.00 Uhr am Start. Die Kälte hat mit -16 Grad etwas angezogen, es herrschte eine sehr positive Stimmung und wer sich beim Frühstück etwas Zeit ließ, der konnte einen wunderschönen Sonnenaufgang beobachten. Der Tag konnte also kommen.

Um 10.00 Uhr stand in der 

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CIH Eistraining auf dem Programm. Dies wurde von drei  einheimischen Trainern durchgeführt. Nach einem gemeinsamen warm-up konnte ich mich entspannt auf die Tribüne setzen und mir das Treiben meiner Mannschaft anschauen. Ich muss sagen, sie waren gut dabei und zeigten Leidenschaft. Anschließend kam die Gastmannschaft auf das Eis und jetzt hieß es für Hardy und mich, dieses zu begeistern. Hardy gab mit englischsprachigen Kommandos 2014-01-30 um 10-23-44 - 2014-01-30 um 10-23-44alles, ich bediente die Trillerpfeife und so konnte man von einer guten Arbeitsteilung sprechen.

Die Eisbären hatten zur gleichen Zeit Mit

tagessen und eine Führung durch die Akademie. Da wurde doch den Jungs tatsächlich erzählt, dass der Trainer die Trikots wasche und sich sonst auch um alles kümmere. Als die Jungs mich sahen, berichteten sie mir sehr euphorisch davon. Als ich ihnen antwortete, dass man für einen Jahresbeitrag von 40.000 Dollar doch über alles reden könne, wirkten sie umgehend entspannt. Nach dem das geklärt war, stiegen alle in den Bus.

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Auf dem Rückweg zum Hotel gab es einen kurzen Zwischenstopp am Wal-Mart. Die Jungs deckten sich mit den für sie wichtigen Utensilien ein und ab ging es zum Hotel. Nach 45 Minuten Pause ging es Richtung Ottawa. Dort erwartete uns ein NHL-Spiel der Ottawa Senators gegen die Tampa Bay Lightning. Für abendliche Unterhaltung war also gesorgt.       

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Maximilian Adam #10, Timo Klotz #29, Vincent Hessler #91, Stephan Tramm #70:

„Es war wieder alles ungewohnt, da die Eisfläche kleiner war. Die Trainer waren sehr nett und die Übungen waren alle sehr gut. Deshalb haben wir als  Zeichen der Dankbarkeit noch ein Teamfoto mit den Trainern gemacht. Bei der kleinen Tour durch das Internat und die anderen Teile der Academy haben wir eine interessante Einsicht in den Alltag der Schüler, welche aus vielen verschiedenen Ländern der Welt kommen, erhalten. Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir noch kurz bei Wal-Mart, wo sich jeder das kaufen konnte, was er wollte. Das Highlight ist aber das heutige NHL-Spiel zwischen den Ottawa Senators und den Tampa Bay Lightning.“

Da wir rechtzeitig in der Halle ankamen, hatten wir genug Zeit, alles genau in Augenschein zu nehmen. Gnadenloser Kommerz, Patriotismus, Pathos, kombiniert mit ganz großem Sport sind ein Konzept, welches auf einen Donnerstag 19.500 begeisterte Zuschauer in die Halle lockte. Das Spiel selber bestand aus Begeisterung, Leidenschaft, Intensität und Dramatik über 60 Minuten. 8 Tore – eines schöner als das andere und ein 5:3-Sieg für Ottawa machten dieses Spiel zu einem unvergleichlichen Ereignis. Bestens gelaunt und mit viel Gesprächsbedarf traten wir die Rückreise zum Hotel an. Ein perfekter Tag fand damit sein Ende. 


Tag 3 – 31.01.14

Der dritte Tag begann bereits um 6.30 Uhr mit dem Frühstück und natürlich war immer noch das NHL-Spiel vom Vortag das Hauptthema. Um 7.15 Uhr ging es mit dem Bus zur CIH, allerdings nur, um die Sachen zu packen und zum ersten Spiel nach Saint Agathe zu reisen. Vor uns lagen 200 km durch die kanadische Landschaft, um dann nordöstlich von Montreal in einem Ort mitsamt Skigebiet anzukommen, vergleichbar etwa mit Garmisch-Partenkirchen.

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2014-01-31 um 10-34-28 - 2014-01-31 um 10-34-28Nach einem kleinen Snack in der Mensa und ein paar kurzen Worten des sportlichen Leiters der Schule im Auditorium an uns begab sich die Mannschaft in die direkt neben der Schule befindliche Eishalle und bereitete sich auf das Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl der Schule vor. Die Erwachsenen inspizierten derweil die Eishalle mit all seinen gastronomischen Einrichtungen und staunten nicht schlecht, dass neben einer kleinen Bühne, die hier aufgebaut war, noch ein Podest für eine Live-Band installiert war. Es lagen überall Flyer herum, in denen Auskunft über das bevorstehende Spiel gegeben wurde und die deutschen Gäste doch tatsächlich in ihrer 2014-01-31 um 10-33-36 - 2014-01-31 um 10-33-36Heimatsprache begrüßt wurden. In Kanada ja nicht immer selbstverständlich.Zu Gast waren wir in der Akademie Polyvalente des Monts und wurden offenen Herzens empfangen. Was an diesem Tag noch folgen sollte, konnten wir zu diesem Zeitpunkt nur erahnen und nicht nur die Jungs werden das, was  dann passierte, vielleicht nie wieder vergessen. Wir wurden von einem kleinen, aber feinen Empfangskomitee erwartet und durch die Akademie in die Mensa geführt. Der erste Eindruck war sehr positiv. Trotz alter Bausubstanz wirkte alles sehr sauber und gepflegt. Neben dem Sport schien die Kunst ein Lernschwerpunkt an dieser Schule zu bilden, wie man an den vielen Ausstellungsstücken erkennen konnte.

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Noch während die Mannschaft sich auf das Spiel vorbereitete, füllte sich die Eishalle mit mehr als 1.300 Zuschauern. Schon beim warm-up auf dem Eis sorgten Maskottchen und Tänzer der Schule zu heißen Rhythmen für sensationelle Stimmung auf den Rängen. Alle Show-Effekte, die die kleine Halle hergab, wurden offensichtlich ausgenutzt. Schon da merkte man, dass Kanadier ziemlich laut sein können. Nach einer Eistanzeinlage und dem Abspielen der Nationalhymnen folgte dann die eigentliche Show – das Spiel.2014-01-31 um 13-26-13 - 2014-01-31 um 13-26-13

Vor ab war klar vereinbart worden, dass es sich um ein Freundschaftsspiel handeln soll, in dem Geschwindigkeit und Technik im Vordergrund stehen sollen. Und so kam es dann auch. Gleich zu Beginn setzten die Eisbären einen Paukenschlag und lagen schnell mit 2 Toren in Führung. Die Tore wurden nicht einfach nur brav von den Zuschauern beklatscht, sondern es schien ehrlicher Beifall zu sein. Spätestens jetzt spürte man, den Zuschauern macht dieses Spiel schon allein deshalb Spaß, weil es Eishockey heißt und hier der Nationalsport ist.

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Nach unserer schnellen Führung setzte der Coach der Gastgeber erstmals seine extra bereitgehaltenen älteren Spieler ein und nun entwickelte sich ein Spiel, welches ständig auf und ab wogte und neben hohem körperlichem Einsatz auch viele technische und taktische Feinheiten aufwies. Letztlich setzten sich nach 60 Minuten zwar die Gastgeber, dem Spielverlauf nach zu hoch, mit 9:6 durch. Unsere Jungs können aber sehr stolz auf das sein, was sie hier geleistet haben.

 

2014-01-31 um 15-23-14 - 2014-01-31 um 15-23-14Beim Publikum waren meine Boys jedenfalls ein echtes Highlight und wurden schon während des Spiels extrem laut gefeiert. Eine kleine Ehrenrunde und ein Dank an das sensationelle Publikum waren das Mindeste, was das Team am Ende noch tun konnte.2014-01-31 um 16-11-14 - 2014-01-31 um 16-11-14

2014-01-31 um 15-23-44 - 2014-01-31 um 15-23-44Wieder in der Schule angekommen, gab es noch ein kleines Diner und alle Organisatoren bedankten sich bei den Mannschaften, Musikern und Tänzern für das, was an diesem Tage passiert war. Erwähnt werden muss dabei auch ein sensationell arbeitender Klaus Wick.

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Er war heute Dolmetscher und Manager in einer Person, klärte ständig anstehende Fragen und übersetzte am Ende auch noch das Statement des Trainers auf der schnell organisierten kleinen Pressekonferenz. Zu Ende ging2014-01-31 um 17-10-44 - 2014-01-31 um 17-10-44 der Tag an dieser Schule übrigens mit dem seitens der Schulleitung und des Bürgermeisters vorgetragenen Wunsch auf eine schnellstmögliche Wiederholung dieses Events.

 

Und natürlich versprachen wir, so schnell wie möglich wiederzukommen, denn solch einen eigentlich nicht zu beschreibenden Tag mit so viel Enthusiasmus und Herzlichkeit hatten wir alle noch nicht erlebt.

Eines bleibt allerdings noch anzumerken: Heute wurde uns Eisbären vorgeführt, was man mit wenigen finanziellen Mitteln erreichen kann, wenn alle an einem Strang ziehen und nicht gegeneinander arbeiten.