Tag 7 bis 10

Tag 7 – 04.02.14

2014-02-04 um 09-08-28 - 2014-02-04 um 09-08-28

Um 6.00 Uhr waren alle pünktlich beim Frühstück und so konnten wir um 6.30 Uhr Richtung PEAK-Sportcentrum starten. Durch die halbe Stunde früher, kamen wir wesentlich besser durch den Frühverkehr als am Tage zuvor und waren gegen 7.30 Uhr vor Ort.

Nachdem wir die Kabine bezogen hatten, war genügend
Zeit, um mit der Landerwärmung in den richtigen Rhythmus zu gelangen. Nach einer 10 minütigen Eiserwärmung und dem abspielen der Nationalhymnen,  begann das Spiel pünktlich um 8.40 Uhr. Diesmal waren drei Schiedsrichter anwesend.

2014-02-04 um 09-29-59 - 2014-02-04 um 09-29-59

Die Mannschaft war von Beginn an sehr konzentriert und ging mit hoher Intensität das Spiel an. Der Gegner war nur mit 12 Spielern am Start, während wir uns mit vier Reihen einen

Vorteil erarbeiten wollten. Dies wollte auch der Gegner und beendete jede Aktion mit einem Zweikampf. Zu meiner Freude hielten die Eisbären gegen und ließen sich nicht beeindrucken. Es zeigte sich schnell, dass wir läuferisch und technisch vor allem im Passspiel mindesten auf Augenhöhe waren –  aber speziell unsere erste und zweite Reihe doch Vorteile hatte. Sie erarbeiteten sich bei jedem Wechsel Torchancen die sie auch oft zum Abschluss brachten. Es war wirklich eine Freude zu zuschauen.

Hinzu kam, dass wir unsererseits körperlich immer präsenter wurden, die Schiedsrichter es Laufen ließen und so das Spiel regelrecht heißblütig wurde.

Die Kanadier haben aber nach wie vor einen Vorteil im Torabschluss. Somit gingen sie 2-0 in Führung. Bei der ersten Überzahl gelang der 1-2 Anschlusstreffer. Es ging sehr intensiv weiter und den Eisbären gelang der 2-2 Ausgleich. Jetzt kam unsaubere Härte ins Spiel. Daraus resultierte die erneute Führung des Gegners zum 3-2, wobei er einen abgedeckten Puck vom Torwart frei schlug. Aber für den Schiedsrichter war alles im Normbereich. So ging es mit Härte weiter, bei einer Aktion mit dem Schläger wurde Raimo im Gesicht getroffen und lag mit offener Nase am Boden.

2014-02-04 um 09-10-10 - 2014-02-04 um 09-10-10

Da Katrin schon die ganze Zeit mit Eisbeutel im Dauereinsatz war machte sie mit einem Pflaster gleich weiter. Da die Eisbären sich nicht versteckten, gab es eine Strafe gegen uns. Die Eisbären spielten ein sehr taffes Killing und erst 5 Sekunden nach Ablauf, fand der Gegner den frei stehenden Backdoor-Mann und es stand 4-2. Auch davon ließen sich die Eisbären nicht beeindrucken, hielten voll dagegen, waren mittlerweile spielbestimmend und dann kam was kommen musste. Nach einem erneuten Angriff der Eisbären, fuhr der Gegner seinen eigenen Torwart um, schob ihn aus dem Tor und dabei verlor er seinen Helm. Vincent hatte noch auf Cederic gepasst und verwandelte zum vermeintlichen 4-3. Der Gegner sah die Aktion als Angriff auf ihren Torwart und die Schlägerei ging los. 5×1-1 die Schiedsrichter ließen es laufen und griffen erst ein, als ein Pärchen auf dem Boden lag. Auch bei dieser Aktion hielten die Eisbären dagegen. Beim losreisen traf Brain noch den Linienrichter. So war er der einzige der eine Strafe bekam.

Die Schiedsrichter schienen im Übrigen sehr amüsiert. Im Gegensatz zum Deutschen Eishockey machte keiner ein Aufsehen mit Strafen, Zusatzberichten oder Vorhaltungen, es ging einfach weiter. Auf Nachfragen, antwortet der Schiedsrichter ob wir hier nur zum Fotografieren da sein.

Das Tor wurde übrigens auch nicht gegeben. Eine Minute später ging es zur zweiten Pause in die Kabine. Die Mannschaft war noch aufgeregt, wir werteten alles positiv aus, zeigten unsere Zufriedenheit und Begeisterung, brachten den Vorteil von unseren vier Reihen ins Gespräch und das wir unbedingt die Intensität hochhalten müssen, dann kommen auch weiter die Chancen. Sie sollten einfach weitermachen.

2014-02-04 um 13-52-13 - 2014-02-04 um 13-52-13

Was jetzt passierte ist nur schwer 

zu vermitteln bzw. zu erklären. Wir verloren das Drittel 5-0. Da nur noch 15 Minuten durchlaufend gespielt wurde, reden wir von maximal 8 Minuten effektiv. Da waren nicht mehr die Eisbären auf dem Eis. Sie fanden wie so oft nicht den Schalter zum weitermachen.   Vielleicht so viel zur Erklärung.

Es war Pause das Adrenalin ging aus dem Körper, sie hatten alle einen Eisbeutel, sie dachten nach und Charakter Ausbildung findet in Deutschland nur sehr begrenzt und äußerst vorsichtig statt.             Das Leben geht weiter, wichtig ist das die Mannschaft mit der Erfahrung richtig umgeht.

2014-02-04 um 14-40-51 - 2014-02-04 um 14-40-51

Damit sie im Kopf frei werdenkonnte, kam der Termin zum Besuch im Hockey-Store gerade richtig. Zwei Stunden tobten sich die Jungs aus, testeten, probierten, fanden das Richtige und kauften.

Da das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte, (-6 Grad) und Sonnenschein entschieden wir uns, unser Winterklassic zu spielen. Wie immer hat Hardy mit seiner Mannschaft das Spiel gewonnen, aber alle hatten ihren Spaß und die Verlierer den Spot.  

Anschließend ging es zurück ins Hotel.

2014-02-04 um 16-03-58 - 2014-02-04 um 16-03-58

2014-02-04 um 16-06-59 - 2014-02-04 um 16-06-59

Um 18.45 Uhr geht es zum Abendbrot in eine Sportbar, dort haben wir einen separaten Bereich gebucht, wo die Jungs  nach dem Essen, in ihren Spielreihen mit  einem Kulturbeitrag gegeneinander Antreten müssen. Wir erwarten gute Unterhaltung… 


8. Tag 

Reise des Schülerteams der Eisbären-Juniors nach Kanada vom 29.01-08.02.14

… die Juniors starten jetzt zu einer Traumtour!


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Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Ausflug, Land und Leute. Nach dem Frühstück ging es um 9.00 Uhr Richtung Niagara-Fälle und Buffalo.

2014-02-05 um 12-44-55 - 2014-02-05 um 12-44-55

Die Wetterlage hatte sich extrem verschlechtert, denn am Abend zuvor setzte heftiger Schneefall mit starken Windböen ein. Beim Anblick der Verkehrslage, machte ich mir etwas Sorgen, aber unser Busfahrer Ben sah dies wie immer alles sehr entspannt. Obwohl das Schneetreiben dichter wurde, fand Ben immer die richtige Spur und nach etwa drei Stunden Fahrt landeten wir angespannt aber wohlbehalten auf der kanadischen Seite der Wasserfälle.

2014-02-05 um 12-14-41 - 2014-02-05 um 12-14-41

Der Kampf gegen den Schnee hatte sich gelohnt. Da, wo normalerweise tausende von Menschen sich treffen, um das Naturschauspiel in Augenschein zu nehmen, waren wir so gut wie alleine und trotz Sturm und Kälte war es ein unglaubliches Ereignis. 

2014-02-05 um 12-48-42 - 2014-02-05 um 12-48-42Genau durch den Ort Niagara verläuft die Kanadisch-amerikanische Grenze und wir hatten ja noch viel vor. Der nächste Programpunkt hieß frei nach John Maynard „noch 5km bis Buffalo“. Zuvor mussten wir jedoch das gesamte Einreiseprozedere in die USA über uns ergehen lassen – Einreiseformular, Fingerabdrücke, Fotos und röntgen des Busses. Nach gut 90min war alles geschafft.Wir kamen bis förmlich an den Rand der Wasserfälle, die sich dort ins Tal stürzen. Das vom Fluss mitgeführte Eis sammelte sich unten Im Tal und wuchs zu einem großen Gletscher an. Etwa 300m weiter befindet sich ein weiterer, der zum großen Teil 

2014-02-05 um 12-46-14 - 2014-02-05 um 12-46-14

vereist war, was das Schauspiel noch bizarrer gestaltete. Das sollte nur der Auftakt  zu einem perfekten Tag werden.

10km hinter der Grenze lag ein Outlet-Store und wir hatten noch eine Stunde Zeit. Die Mannschaft war begeistert und stürmte los. Da keiner ohne Tüte zurück kam, muss es sich wohl gelohnt haben. Alles, was wir bis jetzt erlebt hatten, war schon bemerkenswert. Aber jetzt ging es zur Hauptattraktion, dem NHL-Eishockeyspiel zwischen den Buffalo Sabres den Pappnasen aus Pittsburgh.

Die Mannschaft steifte ihr Trikot über, Raimo teilte die Karten aus und los ging es ins 1st-Niagara-Center. Es war wieder beindruckend, was so alles in der Halle geboten wurde. Wir waren bei Spielen in Montreal, Ottawa und jetzt in Buffalo. Alles große Arenen, aber jede hat ihren eigenen Charakter, Stil und Historie und wir hatten noch Zeit alles zu besichtigen. Es war wieder erstaunlich, daß trotz  Mittwoch, Schneesturm und der Tabellenkonstellation (Buffalo Tabellenletzter, Pittsburgh ganz oben) 18.000 Besucher in der Halle waren.

2014-02-05 um 19-24-22 - 2014-02-05 um 19-24-22

Vor Beginn des Spieles gab es eine sehr schöne Zeremonie zur Verabschiedung der Olympioniken nach Sotschi. Dabei wurden die Amerikaner genau so verabschiedet wie die Schweden, Finnen, Kanadier, Russen und Letten, die in beiden Teams spielen, sowie der Headcoach der Sabres, der bei Olympia das Team Lettlands führen wird. Alle 

2014-02-05 um 19-05-03 - 2014-02-05 um 19-05-03

Spieler kamen aufs Eis und haben von Kids ihr National-Trikot überreicht bekommen.

Mit Spannung verfolgten unsere Jungs den Auftritt
von Crosby, der bei Olympia 2010 in Vancouver Kanada in der Over-Time gegen die USA zum Sieg geschossen hatte, sowie von Malkin, der zu den besten Spielern der NHL gehört. Beide schossen beim 5:1- Sieg der Penguins je ein Tor und nicht nur deswegen konnten sie überzeugen. Wer jetzt dachte, mit dem Spiel wäre es genug an diesem Tag gewesen, hatte nicht mit Raimo gerechnet.

In seiner ruhigen und bescheidenen Art hatte er im Hintergrund nach dem Spiel noch eine Kabinenbesichtigung der Heimmannschaft mit den Deutschen Christian Ehrhoff und Alexander Sulzer organisiert. Damit fand der Tag seinen überragenden Abschluss. 2014-02-05 um 22-45-16 - 2014-02-05 um 22-45-16Die Jungs kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Christian und Alexander nahmen sich richtig Zeit, gaben auf alle Fragen Antwort und standen für geschätzte 1.000 Fotos zur trotz der zuvor erlittenen Niederlage freundlich zur Verfügung. Mit diesen Eindrücken, die die Jungs noch eine Zeitlang beschäftigen werden, ging es zurück nach Kanada.  


Tag 9 – 06.02.14

Da der Tag gestern erst ein spätes Ende fand, war heute Ausschlafen und Freizeit angesagt.

Der offizielle Teil begann um 12.00 Uhr. Es stand das letzte Spiel dieser Reise an. Dazu fuhren wir ca. 50 Km nach St. Andrew’s, einem Vorort von Toronto in das gleichnamige College.

2014-02-06 um 13-33-11 - 2014-02-06 um 13-33-11

2014-02-06 um 13-29-16 - 2014-02-06 um 13-29-16

Nach Aussage von Dan unseren kanadischen Berater ist dieses College die  ausgewiesene Elite Schule. Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen. Nach dem wir unserer Gruppe gedrittelt hatten, führten je zwei Schüler durch das College. Zu unsern Gys gehörte Tom aus Köln, der seit einem halben Jahr am College ist und Football als Kernsportart betreibt. Die Anlage war sehr großzügig u.a. mit drei Ballspielhallen, diversen Freiflächen, einem Leichtathletikstadion und was eine im Bau befindliche Eishalle die für 5 Millionen Dollar von einer Familie, die uns in einem Video vorgestellt wurde, errichtet wird. Auf nach Fragen an Tom, fühlt er sich sehr wohl in dem College. Insgesamt sind 650 Schüler eingetragen, allerdings nur Jungs, davon leben 200 im Internat.

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Nach der interessanten Führung ging es zum Spiel in die 5 Minuten entfernte Eishalle.

Um 16.00Uhr begann das Spiel, es wurde 3x 15 Minuten gespielt. Es sollte das beste Spiel dieser Reise werden. Die Mannschaft verstand es diesmal, über die gesamte Spielzeit eine konstante Leistung abzurufen und konnte mit intensivem, vor allem aber qualitativem gutem Hockey überzeugen.

Am Ende stand ein verdienter 5-2 Sieg.

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In der Kabine waren alle glücklich, aber auch ein bisschen Traurig, denn eigentlich will noch keiner nach Hause. Nach dem Spiel wurde die gesamte Mannschaft von den Verantwortlichen des College zum Abendmahl eingeladen.

2014-02-06 um 17-46-16 - 2014-02-06 um 17-46-16 (1)Dies fand in der sehr schönen altehrwürdigeren Mensa stat.  Es war wirklich ein Mahl, bei dem es an nichts fehlte. Die Jungs taten sich wohl und genossen es. Nach dem alle satt waren gab es noch eine herzliche Verabschiedung und es ging zurück nach Toronto. Wo wir den Tag in Ruhe ausklingen ließen.          


 

Letzter Tag – 07.02.14

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Mit schönstem Sonnenschein begrüßte uns Toronto am letzten Tag unserer Reise, so als ob wir noch etwas bleiben sollten. Und wir wollten diesen Tag noch nutzen.

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Mit einem gemütlichen Spaziergang durch die City gelangten wir zu unserem letzten Highlight, der “Hall of Fame” des Eishockeys.

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Dort zelebriert man die Historie des Eishockeys und verehrt seine Protagonisten. Man konnte richtig runterfahren, schwelgen, aber auch total begeistert und emotional sein. Ein 3D-Film über zwei Amateurteams, die um den Stanley-Cup spielen, sorgte noch mal richtig für Gänsehaut.

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Es ist alles zu besichtigen, was auch nur im Ansatz mit Eishockey zu tun hat oder in Verbindung steht. Auch Achim Ziesche, eine ehemalige DDR-Eishockey-Legende, findet dort seine Ehrung. In der größten Halle wird der originale Stanley-Cup präsentiert.

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In diese Halle integriert ist eine Tresorkammer, in welcher der Pokal über Nacht stets sicher verwahrt wird. Nach gut zwei beeindruckenden Stunden trafen sich alle zum Mittag.

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Auf dem Rückweg zum Hotel wirkte die Truppe irgendwie aufgeregt.

Kanada-11- 804Dort angekommen, ging es jetzt ans große Packen. Wir haben es tatsächlich geschafft, alles wieder in dem Bus zu verstauen. Die Jungs und die Erwachsenen hatten mächtig eingekauft. Nach dem wir am Flughafen ankamen, haben wir uns von unserem zuverlässigen und beständigen Busfahrer Ben verabschiedet. Obwohl der Flughafen sehr belebt war, ist es immer wieder erstaunlich, was so eine große bepackte Gruppe für Aufsehen erregt. Personal war gleich um uns bemüht und es ging mit dem Einchecken sehr zügig.

Der Flieger war bis auf den letzten Platz gefüllt und das Handgepäckgut musste verteilt werden. Es war aber trotzdem ein angenehmer Flug.

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Der Landeanflug auf London war insofern spektakulär, da wir genau in den anbrechenden Morgen reinflogen. Die flächenmäßige Ausdehnung Londons ist schon beeindruckend. Nach dem Sicherheitsscheck hatten wir noch gut zwei Stunden Zeit bis zum Weiterflug nach Berlin.

Die Jungs suchten sich alle etwas zum Hinlümmeln und machten ein sehr entspannten Eindruck. Auch hier bewies die Mannschaft, dass sie sowohl On-Ice als auch Off-Ice zu einer echten Profimannschaft gewachsen ist, die cool und wirklich mit Stil Deutschland, Berlin und die Eisbären in jeder Situation hervorragend vertritt. Schade nur, dass man unsere Herkunft mangels Teamkleidung nicht erkennen konnte. 

Die letzte Etappe von London in die schönste Stadt der Welt machten wir auf einer „Pobacke“. Was sind 1,5 Stunden Flug nach so einer Reise.  Nur Blocky war sehr, sehr, sehr traurig und träumte schon von einer neuen Reise in dieses schöne Land. 

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Kanada-11- 810Nach 90 Minuten gemeinsamen Flug mit Pierce Brosnan erfolgte eine butterweiche Punktlandung in Tegel. 

Blocky weigerte sich, dass Flugzeug zu verlassen und musste schon mächtig überredet werden.

Das Gepäck war komplett vorhanden und der uns abholende Bus pünktlich.

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Die letzte Etappe war dann Wiedersehensfreude pur bis zum Sportforum. Wie es Reimo in seinem Plan versprochen hatte, um 15 Uhr sind wir wieder bei Mutti.

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Zu Hause ist es doch am schönsten. 

 

Mehr auch weiterhin auf www.meini.de!

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